Die Leichtfertigkeit von Google
16 Jul, 08
Vor zwei Tagen - am Montag - habe ich unsere Firmenmails zu Google Apps for your Domain umgezogen. Unser bestehender Mailhoster bot kein IMAP an, und so standen wir vor der Entscheidung, die gesamte Domain oder nur den Mail-Teil umzuziehen, und falls, wohin. In Frage kamen ein eigener Server, Google Apps, oder eine Drittanbieter.
Heute schon bereue ich es, mich für Google Apps entschieden zu haben. Die Migration war eher holprig - Google bietet weder an, bestehende Google-Kalender oder Mail-Konten zu übernehmen, noch funktionieren ihre Tools wie z.B. der Google E-Mail Uploader: Unter Windows Vista brach die Installation einfach ohne Meldung ab, nach dem achten Mal war es dann aber installiert; unter Windows XP x64 startet die Installation nicht einmal (“Fatal error 2”). Dank Ruby war die Mailmigration dann vergleichsweise schnell lösbar, dank ICS konnten auch die Kalender - mühsam zwar, aber immerhin - portiert werden.
Langsam pendelte sich also alles ein, dann geschah das, was (bei) Google eigentlich nie geschehen sollte: Der “Temporary Error (502)”. Beim Versuch, auf meine Mail per Webinterface zuzugreifen, erhalte ich nur die lapidare Meldung “We’re sorry, but your Google Mail account is currently experiencing errors.” mit der Bitte, es doch “in a few minutes” nochmal zu versuchen.
Diese Fehlermeldung hält sich nun seit über fünf Stunden. Fünf Stunden, in denen ich nicht an meine Firmenmails komme. Selbst der IMAP-Server meldet nur * BYE System Error und trennt die Verbindung. Ganz abgesehen davon, dass das für mich persönlich und die Firma einfach extrem nervig und unakzeptabel ist, finde ich auch und vor allem, dass das Google eigentlich unwürdig ist. Diese Leichtfertigkeit, mit der das Vertrauen der Benutzer verspielt wird, sehe ich allerdings in letzter Zeit vermehrt bei Google: Sei es, dass sich jeder fragt, was das mit Jaiku soll, die gehäuften Ausfälle bei Google Mail und Google Talk, oder dass immer mal wieder Dienste oder Programme einfach eingestellt werden.
Google, that’s ridiculous.